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Agenturführung mit Herz und Verstand.

Wie kann eine Agentur erfolgreich arbeiten und für die Zukunft gerüstet sein?

31. März 2011

Über Agenturen wird viel geschrieben. Diverse Medien berichten exklusiv über die Agenturwelt und fokussieren dabei häufig auf die scheinbar wichtigsten Unterscheidungsmerkmale. Ich versuche mit diesem Artikel ein anderes Modell aufzuzeigen.

Was ist “common practice” in der Agenturbranche?

Agenturen werden auch heute noch in “Schubladen” eingeteilt. Hierbei zählen Faktoren wie internationales Netzwerk oder inhabergeführte Agentur, gewonnene Preise, Auszeichnungen, wichtige Kunden etc. Alles nachvollziehbare Grundlagen, die es “einfach” machen sollen, die richtige Agentur zu finden. Aber funktioniert das wirklich so? Nach nun 20 Jahren in der Agenturbranche habe ich so meine Zweifel daran.

Wenn ich vergleiche was wir heute tun und was mir von vielen Seiten über die Jahre prognostiziert wurde, komme ich auf andere Ergebnisse. Früher war klar: Die großen Kunden betreuen nur internationale und “große” Agenturen. Als mittelständischer Dienstleister, hattest du da keine Chance. Heute zeigt sich: Wir sind das beste Beispiel für das Gegenmodell. Allerdings muss der Kunde auch den Mut und die individuelle Stärke haben, andere Wege gehen zu wollen. Und das nicht nur aus Kostengründen.

Was sind die Gründe, dass Agenturen unserer Größe für die Werbungtreibenden wichtiger werden?

Schnelligkeit, Flexibilität und Kreativität. Das sind kurz gesagt die wichtigsten Parameter. Wenn man darüber hinaus noch gute Referenzen hat, stellen sich viele Fragen nicht mehr. Im Zeitalter von Mobile, Social Media und den veränderten Produktionswegen im Print, brauchen Unternehmen Querdenker. Keine großen Strukturen auf Agenturseite, die meist größer sind als der Kunde selbst. Ich kann mich an Zeiten erinnern, wo das Verschieben eines Logos um ein paar Millimeter auf einem Flyer zu der Inanspruchnahme von drei Hierarchiestufen einer Agentur geführt hat. Resultat ist ein riesiger Kommunikationsaufwand, absolut unverhältnismäßige Ressourcen-Inanspruchnahme und Frust auf beiden Seiten.

Hat man diese Erkenntnis gewonnen, werden die Herausforderungen andere. Agenturen müssen flexibel und flach in ihren Organisationsstrukturen sein. Fürstentümer sind passé, Kommunikation ist Trumpf. Umsetzung muss höchst effizient organisiert sein. Offshore und Nearshore Lösungen müssen genutzt werden.

Darüber hinaus braucht es eine zentrale Informationsinstanz.

Wir nennen das “Single Point Of Information”. Das Projekt-Management muss alle Mitarbeiter wie an einem “roten Faden” zusammenführen. dietzk. macht das mit einem CRM System, welches Multi-Projektmanagement und Informationsmanagement weitestgehend zusammenführt. So weiß jeder, was zu tun ist, was im Projekt ansteht und welche Ressourcen-Engpässe in der Zukunft entstehen können. Dieses System “lebt”, d. h. es befindet sich in einem ständigen Entwicklungsprozess und hilft uns, effizient zu bleiben. Voraussetzung ist, dass alle Mitarbeiter verstehen, dass dies die Organisations-Basis ist und keine Sonderwege erlaubt.

Warum heißt der Artikel “Agenturführung mit Herz und Verstand.”?

Jetzt habe ich viel geschrieben über eine mögliche Form der Agentur-Organisation. Alles das gelingt meiner Meinung nach nur, wenn der Chef anfassbar bleibt. Wenn er gut ist, im Sinn von, er hat etwas beizutragen und gibt dieses Wissen aktiv weiter. Wenn er Veränderungen akzeptiert, nein vielmehr Veränderungen aktiv ermöglicht und anstößt. Wenn er Fehler macht, diese erkennt und zugibt. Wenn er so viel Charisma hat, dass Mitarbeiter sich angespornt fühlen. Wenn er Team-Fähigkeit hat und loslassen kann. Er muss Mensch sein mit allen Facetten und trotzdem Führung als Anspruch betreiben. In diesem Sinn versuche ich jeden Tag Herausforderungen anzugehen und zu gestalten. Denn Gestaltung ist die Triebfeder für unser Tun, und die kann nur in der Gegenwart oder in der Zukunft stattfinden.

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